
19.07.10, 19:31
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Wahrheitsruferin
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Registriert seit: Dec 2008
Beiträge: 683
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AW: straßenkinder in wien
Kindergeld sind heute etwas weniger als 200€ im Monat und die Mindestsicherung ja bekanntlich 744€ --> das wären pro Monat etwas weniger als 950€ - eigentlich ein recht gutes "Einkommen". Oder zumindest ausreichend um sich eine kleine Wohnung oder dergleichen leisten zu können.
Ansonsten wären Anlaufstellen wo man die Kids versteht wohl das richtige - also nicht nur als Nummern, sondern als Menschen behandelt (ich weiß, ich träume), für Sozialarbeiter dann auch bessere Gehälter oder andere Förderungen.
Machbar ist etwas - ist die Frage nur: was?
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"Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen."
Erich Kästner
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19.07.10, 21:13
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Rochester
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Registriert seit: Dec 2008
Beiträge: 289
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AW: straßenkinder in wien
Zitat:
Zitat von SiRacor
Die Frage ist doch, wie man sie in die Gesellschaft integrieren kann.
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da scheiden sich die geister. was bedeutet das, "in die gesellschaft integrieren" ? ist das die ausgestreckte hand, die freundliche einladung ? ja. zunächst. doch wehe dem, der der einladung nicht folge leistet.
das ist einer der gründe, warum ich für die mindestsicherung bin (jedoch ohne voraussetzungen): jeder soll machen können, was er oder sie will.
integration in die "gesellschaft" halte ich für weniger erstrebenswert. diese gesellschaft hat außer "arbeit", worunter eine meist recht sinnentleerte und teilweise tatsächlich für menschliche wie sonstige umwelt schädliche zeit verstanden wird, in der meist unter fremdem befehl ein teil des tages an einem bestimmten ort verbracht werden muss, wenig bis gar nichts zu bieten. je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich, ob nicht die jugendlichen, die sich all dem schlicht entziehen, nicht klüger sind als ich, der ich mir nur schwer vorstellen kann, diesen schluss eines tages zu ziehen.
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23.07.10, 16:31
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Super Moderator
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Registriert seit: Nov 2008
Beiträge: 760
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AW: straßenkinder in wien
glaub mir, auf der straße zu leben ist auch nicht das gelbe vom ei. ich habs mal eine weile gemacht in meiner wilden jugend. ich sag dir, schnorren ist arbeit!
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23.07.10, 17:54
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das grosse Böse
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Registriert seit: Nov 2008
Beiträge: 777
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AW: straßenkinder in wien
OHJA, ist es ... :-)
Studentin mit wenig Geld und viel zu großer, teurer Wohnung ... eiwei ... manches Mal ist mir die Brücke richtig einladend erschienen, vor allem im Sommer ...
Aber jetzt mal ernsthaft: Giles hat recht, die Gesellschaft hat ihnen nichts oder kaum etwas zu bieten, woran sie Interesse haben ...
ja, es gibt betreute Wohngemeinschaften für Jugendliche, aber viel zu wenig ... und die Menschen, die dort leben und arbeiten, sind echte Helden, aber von denen gibt es auch zuwenig ...
Crysalgira
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24.07.10, 22:26
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Junior Member
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Registriert seit: Nov 2008
Beiträge: 21
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AW: straßenkinder in wien
Aber einfach nur Geld zu bekommen löst langfristig auch keine Probleme. Dadurch kann man zwar den Lebensunterhalt irgendwie abdecken, aber eine Perspektive oder Lebensfreude gibt einem das nicht.
Wie immer müsste man sich jeden Fall individuell anschauen und daran scheitert's halt...
Witch2b
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25.07.10, 06:04
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Rochester
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Registriert seit: Dec 2008
Beiträge: 289
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AW: straßenkinder in wien
zu witch2b und Dagaz:
könnte es sein, dass Ihr damit schon den kerngedanken des Christentums, so wie es bei uns sich tatsächlich ideologisch auswirkt, mitdenkt ? das "ich muss mir meinen platz verdienen?" ich finde, man braucht schnorren nicht als ersatzarbeit definieren, auch "nur geld bekommen" finde ich recht gut. "perspektive und lebensfreude" finde ich im leben selbst, das ist kein kriterium, ob ich für meine tätigkeiten jetzt geld bekomme oder nicht.
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25.07.10, 10:04
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Senior Member
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Registriert seit: Nov 2008
Beiträge: 517
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AW: straßenkinder in wien
@ Giles
Ja, "Perspektive und Lebensfreude" kann mensch im Leben selbst finden.
Wenn jedoch das vom Geld erhaltene Staat grad irgendwie reicht oder auch gar nicht, sodass manche Menschen am Ende des Monats sich überlegen müssen, ob sie sich das jetzt auch wirklich zum Essen kaufen können oder nicht (ich meine Grundnahrungsmittel), dann ist da keine Perspektive da.
Ganz zu schweigen, dass diese Menschen mal wo hinfahren können (ins Ausland, ans Meer oder dergleichen) um Anderes zu sehen und nicht nur immer an einem Ort sein zu müssen.
Wenn auch noch bestimmte Bedingungen "ans Geld bekommen" geknüpft sind und Dinge wie wieder einen Neuantrag stellen, wo die Personen nicht mal etwas schriftlich erhalten haben, wo das steht (mit Absicht der jeweiligen Behörde) und es auch noch überarbeitete Sozialarbeiter oder solche, die sich selbst nicht richtig auskennen, gibt, dann hast du wieder eine Abhängigkeit und die Lebensfreude ist gegebenermaßen nicht so groß.
Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass sich Menschen "ihren Platz erst verdienen müssen", sogar oder vor allem Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Denn diese können sich am wenigsten wehren und das wissen die Leute, die dafür zuständig sind, dass diese Menschen Geld vom Staat erhalten. Entweder tun sie, was verlangt wird oder es gibt eben nix und sie landen auf der Straße ... wie die Straßenkinder und andere Menschen.
Ich sehe da leider einstweilen keine Lösung ... schön wärs ...
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26.07.10, 12:18
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Rochester
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Registriert seit: Dec 2008
Beiträge: 289
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AW: straßenkinder in wien
Zitat:
Zitat von Boudicca
@ Giles
(...) Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass sich Menschen "ihren Platz erst verdienen müssen", sogar oder vor allem Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Denn diese können sich am wenigsten wehren und das wissen die Leute, die dafür zuständig sind, dass diese Menschen Geld vom Staat erhalten. Entweder tun sie, was verlangt wird oder es gibt eben nix und sie landen auf der Straße ... wie die Straßenkinder und andere Menschen.
Ich sehe da leider einstweilen keine Lösung ... schön wärs ...
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das heisst ja nicht, dass es so bleiben muss. und wehren könnten sie sich, sie lassen sich nur das gegenteil erfolgreich einreden.
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