Hallo Schattenspeer,
ich habe das jüdische Selbstverständnis nicht in Zweifel gezogen, mir ist bekannt, dass die neuen Ansätze des NT in der jüdischen Lehre genauso vorhanden sind.
Mir ging es um die
Rezeption des AT im
Christentum und die sieht im Großen und Ganzen so aus, wie ich sie beschrieben habe, mit Ausnahme jener Menschen (ob christlich im Wortsinn oder nicht), welche sich intensiv mit dem AT auseinandergesetzt haben.
Und ich frage mich, ob da Religion und Dogma gerade verwechselt werden ... Präziser formuliert, Jesus brachte eine neue Art des Glaubens auf, der alte Dogmen umstürzte, sich dann aber (bedauerlicher Weise) zu einer ziemlich dogmatischen Religion entwickelt hat ...
Es gibt auch "undogmatische" Religionen (meine zum Beispiel

), die Frage ist, ob man sie dann überhaupt Religion oder nicht lieber Glaube(nsvorstellung) nennen sollte (wie ich es zumeist tue), auch dann, wenn sie struktural einer Religion ziemlich ähneln.
Verträge zwischen Mensch und Gott (eben die religio) waren und sind verhandelbar, dogmatisch werden sie dann, wenn es den Herrschenden, den Anführern, nützt, nicht aus religiöser Überzeugung.
Crysalgira